„Die KI nimmt uns keine Entscheidungen ab – sie gibt uns bessere Daten"
Frau Schneider, Mode Schneider ist seit über 40 Jahren in München eine Institution. Was hat Sie dazu bewogen, auf KI-gestützte Preisoptimierung zu setzen?
Wir haben uns lange gegen Digitalisierung gewehrt – nicht aus Prinzip, sondern weil wir Angst hatten, unsere DNA zu verlieren. Unsere Kunden kommen zu uns, weil sie persönliche Beratung schätzen. Aber irgendwann haben wir gemerkt, dass wir Stunden damit verbringen, Preise manuell anzupassen und dabei oft auf Bauchgefühl setzen.
Wie hat sich das konkret auf Ihr Geschäft ausgewirkt?
Wir hatten regelmäßig Überbestände bei bestimmten Größen und Farben. Gleichzeitig waren beliebte Artikel zu früh ausverkauft. Das ist frustrierend – für uns und für die Kunden.
Und wie unterstützt AIVEE Sie dabei?
Das System analysiert unsere Verkaufsdaten und gibt uns Empfehlungen. Wichtig ist: Wir entscheiden immer noch selbst. Aber jetzt haben wir eine fundierte Grundlage. Wenn die KI sagt „Dieses Kleid verkauft sich in Größe 38 doppelt so schnell wie in 42", dann können wir gezielt reagieren.
Gab es Widerstände im Team?
Anfangs ja. Meine Verkäuferinnen dachten, sie werden ersetzt. Aber das Gegenteil ist der Fall: Sie haben jetzt mehr Zeit für das, was sie am besten können – die Beratung. Die Preisgestaltung übernimmt das System.
Was würden Sie anderen Einzelhändlern raten?
Haben Sie keine Angst vor Technologie. Sie ersetzt nicht das Menschliche – sie verstärkt es. Und fangen Sie klein an. Wir haben mit einer Produktkategorie begonnen und dann schrittweise erweitert.